Oktober 2009
Die Stimmung in der Marina von Porto Santo könnte nicht besser sein. Wir treffen auf ganz verschiedene
europäische Nationalitäten, mit einer Mehrheit von Franzosen und einigen Madeiranern, welche aus Funchal
vertrieben wurden, um den rund 80 Segelbooten der Mini-Transat und deren Begleitbooten Platz zu machen.

Die kleine, fast baumlose Insel kann mit dem Auto oder Quad in gut einem halben Tag umrundet
werden.
Danach hat
man sozusagen alle Haupt- und Nebenstrassen gesehen und es bleibt noch
genügend
Zeit,
eine Wanderung
zu machen. Wir kraxelten auf den Pico Branco auf 450 m ü.M. hoch.
Anfänglich
noch ganz
locker,
aber auf den
letzten paar Metern haben wir ganz schön geröchelt.
So
geht das eben,
wenn
man
auf dem
Boot nur noch den
Niedergang rauf und runter geht!




Im hübschen Dorf von Vila Baleira hat es ein paar Restaurants, Bars und Souvenirläden. Ganz in der Nähe von
der Marina gibt es einen schönen weissen Standstrand und die Wassertemperatur lädt endlich zum Baden ein.

Nach 9 Tagen Faulenzen und Apérölen mit Gleichgesinnten erreichen wir den Ankerplatz von
Baya d’Abra,
ganz im Osten
der Insel von Madeira. Die Ueberquerung ist angenehm und schnell.
Wir finden uns inmitten
einiger uns bereits bekannten Boote wieder.


Nach 2 Tagen verlassen wir den Platz, nicht nur weil die zweite Nacht etwas rollig war, sondern weil eine
Schlechtwetterfront mit heftigen Winden erwartet wird. Zudem müssen wir in der Marina Quinta do Lorde
unseren Platz
beziehen, da Thierrys Mutter für zwei Wochen auf Besuch kommt.
Die Marina Quinta do Lorde, welche sich etwas gar weit weg vom Geschehen dieser Insel befindet,
ist bereits sehr gut belegt. Von hier aus startet die « Rallye des Iles du soleil » (in diesem Jahr nehmen
34 Boote teil). Ebenfalls liegen in der Marina einige Segelboote, die bald nach Las Palmes weiterziehen,
um dort die anderen Boote der ARC (Atlantic Rallie for Cruisers) zu treffen (Teilnehmerzahl: 260 Boote!).
Wir verbringen zwei ganz unterschiedliche Wochen auf der Insel. Die erste Woche sind wir mit
dem Bus
unterwegs.
In einer rassigen Fahrt geht's während 90 Minuten die Hügel rauf und runter
bis nach
Funchal, wo wir u.a. den
Markt besichtigen und in einer Kellerei die verschiedenen
Sorten
des Madeira-Weines degustieren.



Zwischenstopp der Mini-Transat (La Rochelle - Salvador de Bahia) in Funchal.
Um etwas mehr von der Insel sehen zu können, mieten wir die zweite Woche ein Auto. Bei schönstem
Wetter klapperten
wir alle Küstenteile der Insel ab. Die Pflanzenwelt ist einmalig. Was wir zu Hause im
Gartencenter
kaufen, wächst hier wild herum.
In Porto Moniz, ganz im Westen der Insel, schwimmen wir in
den natürlichen
Bädern; wir wandern an zwei
ganz verschiedenen Levadas entlang (Levadas sind natürliche
Bewässerungssysteme,
vergleichbar mit den
Bisses im Wallis) und fahren nochmals nach Funchal zum
botanischen Garten oder nach Calheta zum Baden.

Levada Janela.

Levada 25 Fontes.
Botanischer Garten in Funchal.



Nach der Abreise von Thierrys Mutter ist grosser Wäsche- und Putztag angesagt.

Ebenso bereiten wir uns für
die Ueberquerung auf die kanarischen Inseln vor. Wenn es das Wetter
und der
Wind erlaubt, wollen wir auf den Inseln Selvagem ankern und an Land gehen.
Bei der Ueberfahrt auf die Selvagem haben wir kaum Wind und der Motor brummt stundenlang.
Zeit, zwei
Angelleinen mit selbstgebasteltem Köder auszuwerfen. « Radio Ponton » gibt folgenden
Tipp: man
nehme einen
rosaroten Abwaschhandschuh und schneide diesen in kleine Streifen, so
dass er einem Calamar gleicht.
Erfolgsquote: 100 %. Siehe da, eine Stunde vor dem Eindunkeln zappelt
etwas an der Leine. Wir haben soeben
unseren ersten kleinen Thunfisch (Bonite) gefangen, grad
gross genug, um unser Nachtessen zu ergänzen.

Am nächsten Tag gegen 13h00 erreichen wir den Ankerplatz vor den Selvagem. Leider ist der
Schwell zu gross,
die Ankertiefe um die 14 m und die Felsen befinden sich auch bedrohlich nahe.
Wir haben kein gutes Gefühl, hier zu übernachten und nehmen deshalb direkten Kurs auf La Graciosa.
Innerhalb von 24 Stunden und dieses Mal unter besten Segelbedingungen erreichen wir Caleto del Sebo.
Der letzte Platz in der gut geschützten und bisher günstigsten Marina hat auf uns gewartet. Vor Anker liegen
bereits weitere 25 Boote, nicht wenige davon, die auch gerne in der Marina ein Plätzchen gefunden hätten.

La Graciosa ist noch eine naturbelassene Insel mit 500 Einwohnern. Es gibt nur Sandstrassen,
3 kleine Supermärkte, 1 Metzger, 1 Bäckerei, ein paar Restaurants, hübsche weisse Häuschen,
schöne Strände und Vulkane um die 160 - 250 m hoch.

El Rio trennt La Graciosa von Lanzarote.

Ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern findet statt, so dass wir es am ersten Tag
nicht
schaffen,
ins Dorf zu kommen. Wir tauschen Erlebtes aus und parlieren über
Zukunftsdestinationen.
Zum ersten Mal
treffen wir hier auf eine grosse Anzahl von Schweizern.
Es sind nicht weniger
als 7 Segelboote
in der Marina und in der Bucht Francesa.

Die Bucht "La Cocina".

Fondue, ein Mitbringsel von Thierrys Mami.

Nach 11 Tagen Dolce Farniente verabschieden wir uns schweren Herzens von Segelfreunden.
Wer weiss, vielleicht sieht man sich irgendwo, irgendwann wieder!

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