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Transat


Februar 2010

Mindelo

Mindelo: Der 21. Januar 2010 ist der grosse Tag. Wir tanken nochmals auf und essen eine Kleinigkeit bevor wir gegen 13h00 die Leinen loslassen. Ca. 2050 Meilen trennen  uns von Salvador de Bahia. Wir freuen uns auf das Abenteuer und sind erstaunlicherweise gar nicht nervös.

Route

Die Passage zwischen den Inseln Santo Antao und Sao Vicente ist bekannt für den Düseneffekt. Auch wir können davon profitieren und sehen die Inseln bald hinter uns. 

 

Nachdem wir die Segel richtig gestellt haben, müssen wir diese während mehreren Tagen nicht mehr berühren. Die Wind- und Wellenbedingungen sind sehr angenehm und so verbringen wir viel Zeit mit Lesen, Kochen und Angeln. Zwei Thunfische, welche fast gleichzeitig an der Leine zappeln, sowie eine Goldmakrele komplettieren unsere Mahlzeiten.

Bonites

Dorade coryphène

Repos bien mérité

Coucher de soleil

Die Strecke haben wir provisorisch abgesteckt und peilen den 28 Längengrad und Äquator an. Doch mit der Zeit zeigen die Wetterdaten eine schmalere Stelle der Flautenzone um den 30 Längengrad und Äquator. So ändern wir unsere Richtung leicht und lassen die Felsen von „St. Peter und St. Paul“ auf unserer Steuerbordseite liegen (Distanz ca. 10 Meilen), ohne sie gesehen zu haben.  

Nuages

Das Schwierigste an der Transat ist wohl die Durchquerung der Kalmen oder auch Konvergenzzone genannt. Diese Zone hat eine dreieckige Form: gegen Afrika im Osten ist sie am Breitesten und gegen Amerika im Westen am Schmalsten. Wenn man sich in ihr befindet, kann es viele Gewitter und tagelange Flauten geben. Zudem ist es sehr heiss und schwül.

Natürlich ist es das Ziel, diese Passage so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Dafür laden wir mit unserer Funkanlage täglich Wetterdaten herunter, um die schmalste Stelle herauszufinden. Das ist gar nicht so einfach, denn diese ändert sich dauernd. Zudem darf man auch nicht allzu westlich segeln, denn wenn man einmal den Äquator hinter sich gelassen hat, stellen sich die Südost-Passatwinde ein. Diese blasen manchmal sogar von Süden und das würde heissen, dass man sehr hart am Wind segeln müsste, was eine eher unbequeme Stellung für unser Segelschiff ist. 

Cargo en vue

Seltene Begegnung mit einem Containerschiff.

Tresse

Die Hausbäckerei hat offen.


Uns erreichen die Kalmen um den sechsten nördlichen Breitengrad. Die Segel fangen an zu flattern und bei weniger als 3 Knoten Fahrt starten wir den Motor. Nach fast 18 Stunden Dieselluft erhellen sich unsere Gemüter, denn wir können wieder die Segel setzen. Aber es dauerte nicht lange, dann waren die Gewitter an der Reihe. Anfänglich versuchten wir mit Hilfe des Radars noch den „schwarzen Flecken“ auszuweichen. Es waren aber so viele, dass wir am Schluss einfach unten durch fuhren.  

Kumuli

Grains

Thierry

Wo ist denn der Äquator?

Das Wechselspiel begleitete uns bis zum zweiten südlichen Breitengrad. Die Überquerung des Äquators feierten wir gebührend. Da wir unter Motor fuhren, machten wir uns den Spass und überquerten die Linie (die wir leider nicht gefunden haben…) mehrmals, um auch ein anständiges Foto machen zu können. Beim ersten Mal waren wir zu schnell, da das GPS um 3 Sekunden von 0°00'002"N nach 0°00'001"S sprang;  das zweite Mal, war das Foto unscharf, aber beim dritten Mal klappte es endlich.  

Aequator

Dann endlich stellen sich die Südost-Passatwinde ein. Die ersten zwei Tage müssen wir am Wind segeln und werden hin- und hergeschüttelt. Alle Luken sind zu und die Innentemperatur pendelt sich um die 34 ° mit einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit von 70 % ein. Jede Bewegung provoziert Schweissausbrüche.

Poisson volant

Fliegende Fische, die auf unserem Deck landeten.

Paille en queue

Nach 14 Tagen können wir es langsam wagen, die Ankunftszeit zu prognostizieren. Mit der aktuellen Geschwindigkeit von 6,5 Knoten könnten wir am Freitag, 5. Februar vor dem Eindunkeln eintreffen. Doch der Wetterbericht sagt schwache Winde voraus. Wir drehen für 10 Stunden bei und müssen am Schluss sogar noch die restliche Strecke bis nach Salvador motoren. Am 6. Februar legen wir im Terminal Nautico um 07h30 an. Die Zeitverschiebung zur Schweiz beträgt -4 Stunden.



Der Himmel brennt.

Pavillon

Kurz vor der Ankunft hisst Thierry die Flaggen: als erstes kommt die brasiliansche Gästeflagge gefolgt von der gelben Q-Flagge, die signalisiert, dass alles an Bord gesund ist und um freie Verkehrserlaubnis gebeten wird.


Die Bilanz dieser Transat :

  1. 2059 Meilen (3813 Km)  in 15 ½ Tagen
  2. Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,6 Knoten (na ja)
  3. 63 Stunden Motor
  4. Verbrauch von 160 Liter Wasser zum Kochen, Duschen und Putzen
  5. 50 Liter Trinkwasser
  6. 1 Goldmakrele und 2 Thunfische gefangen
  7. Gesehen: 5 Tanker und Containerschiffe sowie viele Vögel, Grindwale, fliegende Fische
  8. Nicht gesehen: andere Segler
  9. Verluste sind keine zu melden, nur Abnützung der Segel
  10. Am Ende eine glückliche und dankbare Crew, dass alles so reibungslos gegangen ist und ohne seekrank zu werden.

Favelas

Eine der vielen Favelas bei der Ankunft in Salvador.

Terminal nautico

Terminal Nautico gegenüber dem Lift "Lacerda", der hoch in die Altstadt fährt.

Pelorinho

Aussicht auf den Hafen und den Markt Modelo.

Baianaise

Carneval

In der Altstadt (Pelorinho) hat die Fasnacht begonnen.

Das"Trio Electricos Ghandi" zählt schlappe 15'000 Anhänger. Die ganze Stadt ist voll davon.

Gandhi

Café

Einen Kaffee gefällig oder lieber eine feine Fejoada?

Spécialité baiannaise

no comment

Die Hauptstrassen Salvadors sowie die Altstadt sind während der ganzen Fasnachtszeit gut bewacht. Wir fühlen uns relativ sicher, trotzdem lassen wir die meiste Zeit Fotoappart und Kamera im Boot. Deshalb gibt es an dieser Stelle die so gewünschten "heissen" Fotos nicht.

Lime

Und nun können wir endlich die verdiente Caipi schlürfen.

Caiperinha

 

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