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Salvador

 

 

 

Die Entfernung zwischen Jacaré und Paramaribo beträgt 1'237 Meilen (2'290 km).

 

September 2010

Jacaré ist ein kleines sympathisches Dorf, wo wir uns schnell zurecht finden. Wir besuchen die umliegende Region, Cabedello und Joao Pessoa, mit dem Bus, Zug oder Taxi. Viele Automobilisten fungieren als Kollektiv-Taxi und transportieren Leute zum gleichen Tarif, wie der Bus, um so ihr bescheidenes Gehalt aufzurunden.  

Alle sind am Strand.

Am 25. August setzen wir unsere Weiterfahrt fort. Nächste Etappe: Fortaleza, 340 Meilen entfernt.

Für die Strecke brauchen wir 2 ½ Tage. Der Anker fällt und hält nach dem vierten Versuch in der gut geschützten Bucht vor dem Marina Park Hotel. Neben uns liegt der riesige Trimaran von Neslon Piquet zur Reparatur.

Am nächsten Morgen erhalten wir Besuch vom Hotel-Marinero. Er informiert uns, dass hier bald die brasilianische Marine vorbei kommt und wir innerhalb von 10 Minuten weg sein müssen. Entweder wir verlassen Fortaleza oder wir machen in der Marina fest. Natürlich gehen wir in die Marina, obwohl der Wind gerade wieder mal am stärksten bläst, während wir das Anlagemanöver machen müssen (zuerst ankern und rückwärts anmachen). Kurz darauf handeln wir einen akzeptablen Liegepreis aus (ohne Quittung..), der vermutlich immer noch zu hoch ist, denn der Marinero wünscht uns dann gar überschwänglich einen schönen Tag.

Moderner Steg

Während des Aufenthaltes in Fortaleza bereiten wir uns für die längere Überquerung vor. Wir kaufen Proviant ein, bunkern Diesel und Wasser, verstauen wieder das Dinghi und installieren den Windpilot.

Ebenso profitieren wir von der grossen Poolanlage des Hotels. Die Tage in Brasilien sind gezählt. Abends flanieren wir der breiten Strandpromenade von Beira Mar entlang oder sitzen in einem der vielen Restaurants des Kulturzentrums Dragao do Mar und hören den Musikern zu. 

Nach einer Woche sind wir startklar, um die 980 Meilen bis nach Französisch Guyana in Angriff zu nehmen. Alex von der Rose ist bereits nach Sonnenaufgang ausgelaufen.

Heidi und Robert von Nuwam, die als Nächstes ablegen, haben grössten Schlamassel mit ihrem Anker. Zuerst blockierte die Ankerwinsch und als diese wieder lief, blieb der Anker an einer grossen Kette hängen. Dank einem alten Beiboot, welches am Steg lag (unseres war ja schon verstaut), und Thierrys Hilfe konnte der Anker befreit werden. Dann waren wir mit dem Ablegen dran und hofften, dass sich unser Anker nicht auch in dieser Kette verheddert hatte. Alles ging gut.

Kaum waren wir auf dem offenen Meer empfing uns ein starker Wind von rund 25 Knoten und eine mit uns laufende Strömung von 1 – 1,5 Knoten. Mit achterlichem Wind, Kiel hochgezogen und Segel in Schmetterlingsstellung (Genua ausgebaumt) machten wir sogar ein Rekord-Etmal (zurückgelegte Distanz innerhalb von 24 Stunden) von 190 Meilen (352 km).


Zum zweiten Mal und etwas flotter überqueren wir den Aequator.

Erst bei der Konvergenzzone verliess uns der Wind und verringerte unsere Durchschnittsgeschwindigkeit.

Bei Flaute übergeben wir Nuwam die Fischfilets. .

6 ½ Tages später fahren wir an den Inseln La Mère und Père vorbei hinein in den Fluss Mahury. Der Flusslauf ist sehr gut betonnt, doch der Tiefenmesser setzt ab und zu aus und zeigt keine Tiefe mehr an, weil das Wasser an gewissen Stellen sehr schlammig ist und die Sicht des Messers verhindert.

Nach zwei Stunden erreichen wir die Marina von Degrad des Cannes (südlich von Cayenne) und halten Ausschau, ob wir uns ins Päckchen legen können. Es hat kaum Platz und nur ein Boot hätte unsere Grösse gehabt, doch der Besitzer liess uns winkend wissen, dass er keine Nachbarn wollte. So ankerten wir im Flusslauf etwas hinter der Marina. Es war wieder mal kurz nach Vollmond mit den höchsten Tiden. Die Flussströmung war stark und trieb so allerlei an uns vorbei, unter anderem Kokosnüsse, Hölzer und sogar eine ganze Palme.

Die meisten Segler, die in der Marina von Degrad liegen, sind seit Ewigkeiten da und haben den Ort als ihr Eigen erklärt. Es sieht eher nach einem Schrottplatz aus und im Nachhinein sind wir froh, konnten wir nicht anmachen, wer weiss was wir uns sonst für Viecher eingefangen hätten. So geniessen wir den Ankerplatz mit Blick auf den Wald, hören fasziniert den Geräuschen zu und beobachten die grünen Papageie, die den Fluss jeweils vor Sonnenuntergang überqueren.

Nach einer guten ruhigen Nacht begeben wir uns am nächsten Tag an Land. Degrad ist fast am Ende der Welt und zu Fuss machen wir uns unter glühender Sonne auf den Weg Richtung Hauptstrasse. Wieso versuchen wir es nicht mit Autostopp? Gesagt, getan. Tatsächlich hält im Dreh auch gleich eines an. Nur sind wir zu fünft. Glück gehabt, denn ein anderer Fahrer beobachtete dies und fuhr zurück, um die verbliebenen zwei aufzuladen. So wurden wir alle ins nächste Dorf namens Rémire-Montjoly gebracht. Unser Chauffeur machte sogar einen Umweg, um uns bei einer Bäckerei  abzuladen.

Im Baba au Rhum geniessen wir kurze Zeit später feine Törtchen und Kaffee. Die Leute sind wirklich freundlich und hilfsbereit. Die Verkäuferin hinter der Theke zögert keinen Moment, um uns ihr Handy zu geben, damit wir eine Autovermietung anrufen können.

In den nächsten 3 ½ Tagen sind wir immer auf Achse, besuchen Cayenne, Kourou, St. Laurent du Maroni und einen Teil vom Kaw-Tal. Das Land ist riesig und man könnte hier gut und gerne viel mehr Zeit verbringen.

Im Supermarkt ist es ein Vergnügen, wieder europäische Produkte vorzufinden. Wir stürzen uns regelrecht über den Käse her, kaufen Cornichons, ungesalzene Butter, Dijon-Senf, Baguette und und und. Die Preise sind zwar teurer, als in Frankreich, aber man gönnt sich ja sonst nie was.

Restaurant Les Palmistes, Cayenne

Gemäss der roten Tafel ist es hier verboten, Abfall zu entsorgen.

Das verschlafene Dörfchen Roura am Fluss Oyack.



Kaw-Tal: Strecke zu den Wasserfällen Fourgassier

Was klettert da über unseren Köpfen rum ...

Kaffeepause in Sinnamary

St. Laurent du Maroni

Das Gefangenenlager, von wo aus die Gefangen in ganz Guyana verteilt wurden.

Kourou, wo sich das europäische Space Center befindet (www.esa.int).

Ob da oben wohl die Ariane vorbeifliegt?

Nach einer Woche verlassen wir Degrad des Cannes, um bei der Flussmündung vor der Insel La Mère zu ankern. Diese Insel hat schon viele Leute kommen und gehen sehen: Jesuiten, Gefangene und Forscher vom Institut Pasteur. Epidemien wie Gelbfieber oder Lepra bringen den Tod den beiden Erstgenannten.

Die Forscher verlassen die Insel 1981 und hinterlassen die süssen kleinen Eichhörnchen-Affen (Saimiris), an denen Versuche gegen Malaria gemacht wurden. Sie haben sich wie verrückt vermehrt (die Affen, nicht die Forscher) und sind überhaupt nicht ängstlich. Sobald sie ein Stück Brot sehen, kommen sie aus allen Bäumen daher geschwungen und die Mutigsten kraxeln sogar an uns hoch, um noch die letzten Brosamen zu erhaschen.

Um das kleine Video (10.9 Mo) zu sehen, bitte hier klicken : Saimiris

35 Meilen von der "Affeninsel" entfernt liegen die Inseln du Salut. Dort ankern wir in der Palmenbucht, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Der geführte Rundgang auf der Insel Royal ist lohnenswert. Die Inseln haben eine belastende Vergangenheit. Frankreich hat während einem Jahrhundert (1852 - 1948) ihre Gefangenen u.a. hier hin transportiert, wo diese ihre Strafe unter schwersten Bedingungen absitzen mussten.

Ile du Diable

Eichhörnchenäffchen

Makak

Der Autor des Buches Papillon (Henri Charrière) sass seine Strafe auf der Insel Saint-Joseph ab. Auf dieser Insel, wo keine Führungen gemacht werden, hat die Natur bereits wieder Überhand genommen. Die Häuser und Zellen sind verfallen und die bedrückende Stimmung wird je nach Tageslicht noch unterstrichen. 

Nach einer Woche brechen wir zur Weiterfahrt auf. Nächster Halt: Paramaribo, Hauptstadt von Suriname, ca. 190 Meilen entfernt.Die Segelbedingungen sind nach wie vor traumhaft. Wir kommen so schnell vorwärts, ja wir müssen sogar bremsen, um mit der einlaufenden Strömung bis nach Paramaribo fahren zu können. Dort bleiben wir ungefähr 3 Wochen, bevor es nach Trinidad und Tobago weiter geht. 

Ein Prachtskerli von einem "Thazard".

 

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