
Paramaribo am Suriname River
Am Morgen nach unserer Ankunft in Paramaribo, den Tisch haben wir gerade mit 3-Minuten-Eier, Toast und Kaffee gedeckt, besucht uns die Marine-Polizei. Dieses Timing... Sie beglückwünscht uns zum schönen Boot, schaut sich die Pässe an und zieht bald wieder von dannen.
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Trotz diesem Besuch haben wir noch die Einreiseformalitäten an Land zu erledigen. Sie sind etwas aufwendiger als bisher: wir müssen zuerst zur Immigration gehen, um das Visumantragsformular auszufüllen (neu auch für Schweizer notwendig). Die Gebühr beträgt Euro 40.-- oder US-Dollar 45.-- und ist vorgängig bei der Zentralbank einzubezahlen (wir wählen US-Dollar).
Diese Bank akzeptiert keine Suriname-Dollar, welche wir am selben Morgen abgehoben haben. Claudia versucht bei den umliegenden Banken, die Suriname-Dollars in US-Dollars zu wechseln. Keine Chance. Obwohl es nicht geklappt hat, müssen wir zur Polizei (ausserhalb der Stadt), um die Crewliste abstempeln zu lassen. Am nächsten Tag bezahlen wir die Visumgebühren mit den US-Dollars, die wir noch an Bord hatten. Mit der Bankbestätigung und der abgestempelten Crewliste gehen wir zurück zur Immigration, wo wir 2 Tage später unseren Pass mit dem Visum erhalten. Schlussendlich - nein, es ist noch nicht fertig - müssen wir nochmals zur Polizei (immer noch ausserhalb der Stadt), um das Visum im Pass abstempeln zu lassen. Nach 4 Tagen Hin und Her sind wir legal in Suriname. Welcome.
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Paramaribo hat ungefähr 200'000 Einwohner mit verschiedenen Ethnien und Religionen. Afrikaner, Inder, Indonesier, Chinesen und Holländer leben ohne sichtbaren Probleme nebeneinander. Die reichen Holländer haben die wichtigen Wirtschaftsstellen inne, die Inder und Chinesen teilen sich die kleinen Supermärkte und die Afrikaner überleben so gut sie können, indem sie kleine Arbeiten verrichten, die ihnen selten mehr als 10 Dollar pro Tag einbringen. |

Die Hitze ist beträchtlich und der Schweiss läuft uns bereits am frühen Morgen nur so den Rücken runter. Das Thermometer steigt täglich bis auf 40 Grad. Während unseren Spaziergängen durch die Stadt flüchten wir immer wieder in klimatisierte Boutiquen, um uns etwas abzukühlen. |


Graffiti

Nein, das ist nicht seine Einkaufstüte..

Wrack Gosslar
Eine Woche später fahren wir ca. 10 km weiter den Suriname River hoch, wo wir in Domburg neben anderen Seglern ankern. Einige von ihnen sind schon seit Jahren hier, andere warten wie wir auf das Ende der Hurricane-Saison, um in die Karibik zu gehen. |

Domburg ist ein verschlafenes Dorf. Die 2 Minimärkte werden von Chinesen geführt, die Tankstelle mit Shop von einem Inder und das Restaurant von einer Indonesierin. Das Essen bei Rita's Eethuis schmeckt gut und ist sehr günstig, aber nicht sehr abwechslungsreich. Die Segler treffen sich abends dort und tauschen den letzten Tratsch aus. Zu unserer Ueberraschung schütteln wir eines Abends die Hände eines Einhandseglers, der vor über 4 Jahren in Luzern den gleichen Funkkurs besucht hatte wie wir. Die Welt ist doch klein. |

Der Dorfplatz von Domburg.



Rita's Eethuis

Es wird uns nie langweilig:

Hier wurden wir von der Flut überrascht,


Morgenstimmung auf dem Suriname River.

Dann kommt ein Baum daher geschwommen,

der uns eine ganze Weile beschäftigt.


Nach einem Monat in Suriname haben wir den Drang, weiter zu ziehen. Der Wunsch, endlich klares Wasser zu sehen und darin schwimmen zu können, ist gross. |

Schöne Bescherung, beim Ablegen hatten wir diesen Balken in der Ankerkette.
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Winke, winke: Susanne von Peter Pan
Wir brauchen ungefähr 3 ½ Tage, um Tobago zu erreichen. Das Wetterfenster ist nicht perfekt, der erwartete Wind ist relativ schwach (10 – 15 kn). Das Bild zeigt ebenfalls, dass wir vor einer grossen Wolkenmasse liegen, die Tobago aber erst 2 Tage nach unserer geplanten Ankunft erreichen sollte. Wie immer schauen wir uns vor der Abfahrt auch die amerikanische Internetseite Noaa an, die akutell über Hurrikane und Stürme informiert (siehe google: Noaa Hurricane Center). Der Weg ist frei, wir verlassen Paramaribo mit gutem Gewissen. |

Blinder Passagier
Die Überquerung verläuft gut, aber oft begleitet uns ein Diesel-Lüftchen, weil der Wind der grosse Abwesende ist. Am Donnerstag, 28. Oktober erreichen wir kurz nach Mittag Scarborough und erledigen umgehend die Zollformalitäten. Da die Bucht absolut ungeeignet für's Ankern ist und keinen sicheren Platz für mehr als 2 Boote bietet, segeln wir weiter in die Store Bay, wo wir bei Dunkelheit ankommen und uns eine Boje schnappen.
Nach einer guten Mütze Schlaf schauen wir uns wie gewohnt am nächsten Tag die Wetterdaten an. Diese sind beunruhigend. Das Hurricane Center gibt der Wolkenmasse, die noch hinter uns liegt, eine 80-% Chance, sich innerhalb von 48 Stunden zu ein Tropensturm zu entwickeln. Die Richtung führt genau über Tobago hinweg. Einige Segler verlassen den Ankerplatz, um Schutz in einem Hurricane-Loch zu finden. |

Wir bleiben vorerst da und setzen zusätzlich einen Anker. Am Abend erfahren wir via Internet und Radio, dass sich die Befürchtungen realisiert haben und der Tropensturm namens Tomas über Tobago West-Nordwest ziehen soll. Die ersten Ausläufer sollten wir gegen Mitternacht spüren. Doch die Nacht bleibt gespenstig ruhig. Die gute Nachricht am nächsten Morgen ist, dass sich das Zentrum des Sturms schneller nach Norden bewegt hat. Barbados und Sainte-Lucie hingegen werden voll von Tomas getroffen, der in der Zwischenzeit zu einem Hurrincane heraufgestuft wurde.
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Allem in allem verbringen wir nur eine sehr schlechte Nacht, hin und her rollend, mit stundenlangen Gewittern und heftigen Regengüssen. Dies aber erst nachdem Tomas schon vorbei war und der Wind nach Südwesten drehte. Am Radio hagelte es Kritik von verschiedenen Seiten, weil die Behörden die Schulen nicht eher schliessen liessen und die Bevölkerung zu spät informiert wurde. In der Tat waren alle überrascht, denn tropische Stürme und Hurricane entstehen meistens in der Nähe von den Kapverden und werden früh entdeckt. |

Kurze Abkühlung

Pigeon Point bei Store Bay

Nach einer Woche in der Store Bay lichten wir den Anker, um die Nordwestküste der Insel zu entdecken. Wir machen Halt in verschiedenen Buchten wie Castara Bay, Pirates Bay bei Charlotteville, Englishman's Bay und verpassen keine Gelegenheit, unsere Schnorchelausrüstung hervorzunehmen. Leider ist die Sicht oft enttäuschend. Die starken Regenfälle und die Nähe des Orinocos Flusses in Venezuela sind die Hauptgründe dafür. Trotzdem geniessen wir die nassen Abkühlungen und schrubben ein letztes Mal die Napfschnecken weg, bevor es in Trinidad auf's Trockendock geht. |

Castara Bay

Fregattvogel



Pirates Bay bei Charlotteville

Englishman's Bay

Chaguaramas, Trinidad
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